Brautkleid-Größe bestimmen: festliche Mode fällt kleiner aus
Wer zum ersten Mal ein Brautkleid anprobiert, erlebt oft eine Überraschung: Die gewohnte Größe passt nicht. Das liegt nicht an Ihnen und auch nicht am Kleid — Brautmode wird bis heute nach einem anderen Schema geschneidert als Alltagskleidung. Diese Seite erklärt, warum das so ist, und hilft Ihnen, vorab die richtige Größe zu bestimmen.
Welche Größe kennen Sie?
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Ihre Maße in Zentimetern
So messen Sie richtig: Brust an der stärksten Stelle, das Maßband waagerecht und nicht zu straff. Taille an der schmalsten Stelle, meist etwa eine Handbreit über dem Bauchnabel. Hüfte an der stärksten Stelle des Gesäßes. Am genauesten wird es über der Unterwäsche, im Stehen, mit lockerem Maßband.
Unverbindliche Orientierungshilfe. Die Umrechnung folgt den üblichen Zuordnungen, ist aber keine Zusicherung: Es gibt keine verbindliche Norm für Konfektionsgrößen, und jede Marke schneidert anders. Bei figurnahen Abendkleidern fällt es meist knapper aus, bei fließenden Schnitten großzügiger. Maßgeblich ist immer die Größentabelle des Shops, bei dem Sie bestellen. Prüfen Sie sie vor dem Kauf und nutzen Sie im Zweifel das Rückgaberecht — eine Haftung für die Passform übernehmen wir nicht.
Warum Brautkleider ein bis zwei Nummern kleiner ausfallen
Brautmode folgt in weiten Teilen noch einem älteren europäischen Größenschema, das in der Alltagsmode längst durch großzügigere Schnitte abgelöst wurde. Während ein Kleid von der Stange über die Jahrzehnte immer weiter geschnitten wurde — Fachleute nennen das Größen-Inflation —, ist die Brautmode bei den ursprünglichen Maßen geblieben.
Die Folge: Wer im Alltag Größe 42 trägt, braucht im Brautmodengeschäft häufig eine 44 oder 46. Wer sonst 48 trägt, landet nicht selten bei 50 oder 52. Das ist der Normalfall und kein Grund zur Verunsicherung — Sie haben nicht zugenommen, das Kleid ist anders geschnitten.
Erschwerend kommt hinzu, dass viele Brautkleider aus Asien oder Nordamerika stammen und dort nochmals anders bemessen werden. Ein Kleid mit der Aufschrift „US 14″ entspricht der deutschen 46 — aber nur, wenn der Hersteller sich an die übliche Zuordnung hält. Bei Brautmode ist das seltener der Fall als sonst.
Welche Maße wirklich zählen
Bei einem Brautkleid entscheiden drei Maße, und zwar in dieser Reihenfolge:
Der Brustumfang ist bei fast allen Schnitten das kritische Maß. Ein Brautkleid muss oben schließen — dort sitzt das Mieder, und dort lässt sich am wenigsten ändern. Messen Sie an der stärksten Stelle, das Maßband waagerecht.
Die Taille bestimmt, wie das Kleid fällt. Bei figurbetonten Schnitten muss sie stimmen, bei Prinzess- und A-Linien-Kleidern ist sie unkritisch, weil der Rock ohnehin absteht.
Der Hüftumfang zählt nur bei engen Schnitten — Meerjungfrau, Etui, schmale Silhouetten. Bei weiten Röcken spielt er keine Rolle.
Wichtig: Nehmen Sie die größte der drei ermittelten Größen. Ein Kleid muss über die weiteste Stelle passen. Enger machen kann jede Änderungsschneiderei — weiter machen meist nicht, weil dafür Stoff fehlt.
Was sich ändern lässt und was nicht
Brautkleider werden fast immer angepasst; das ist im Ablauf so vorgesehen und im Preis oft schon eingerechnet. Deshalb gilt die Regel: lieber eine Nummer größer kaufen.
Gut änderbar sind Taille, Seitennähte, Länge und Träger. Schwierig bis unmöglich wird es bei aufwendig verarbeiteten Miedern, durchgehender Spitze mit Muster, Korsagen mit Stäbchen und allem, was einen eingearbeiteten Reißverschluss über eine gemusterte Fläche führt. Fragen Sie im Geschäft konkret nach, wie viel Zugabe in den Nähten steckt — bei guten Kleidern sind es zwei bis vier Zentimeter auf jeder Seite.
Abendkleider: dieselbe Regel, etwas milder
Für festliche Abendmode gilt der gleiche Grundsatz, nur weniger ausgeprägt. Auch Abendkleider fallen knapper aus als Alltagsmode, aber selten mehr als eine halbe bis ganze Nummer.
Entscheidend ist hier der Schnitt. Figurnahe Modelle — Etuikleid, Meerjungfrau, Bleistiftsilhouette — sitzen eng und verzeihen nichts. Fließende Schnitte, Empirekleider und alles mit weitem oder gelegtem Rock haben Spielraum. Wenn Sie zwischen zwei Größen liegen: bei eng anliegenden Kleidern die größere nehmen, bei weit fallenden die kleinere.
Ein Punkt, der bei festlicher Mode häufiger auftritt als sonst: Viele Stoffe haben keine Dehnung. Jersey im Alltag gleicht zwei Zentimeter aus, Taft und Duchesse-Satin nicht einen einzigen. Bei steifen Stoffen lohnt sich die größere Größe und der Weg zur Änderungsschneiderei.
Große Größen: worauf Sie zusätzlich achten sollten
Ab Größe 48 werden die Sprünge zwischen den Konfektionsgrößen größer — zwischen 34 und 36 liegen vier Zentimeter Brustumfang, zwischen 48 und 50 sechs. Eine perfekt sitzende Größe von der Stange wird dadurch unwahrscheinlicher, nicht weil mit Ihnen etwas nicht stimmt, sondern weil die Tabellen so gebaut sind.
Praktisch heißt das: Rechnen Sie fester mit einer Änderung ein und wählen Sie Schnitte, die Unterschiede zwischen oben und unten ausgleichen. Zweiteilige Kleider, Modelle mit Bindeband, A-Linien und alles mit weitem Rock sind hier im Vorteil.
Und noch etwas: Viele Brautmodengeschäfte führen Musterkleider nur bis Größe 44. Fragen Sie vor dem Termin telefonisch nach, bis zu welcher Größe Sie tatsächlich anprobieren können — eine Anprobe in zwei Nummern zu klein sagt wenig aus und macht keinen Spaß.
Vor dem Kauf: kurze Merkliste
Maße frisch nehmen, nicht aus der Erinnerung. Über der Unterwäsche messen, die Sie auch tragen werden — bei Brautmode macht das mehrere Zentimeter aus. Die Größentabelle des jeweiligen Anbieters prüfen, nicht die allgemeine. Bei Onlinebestellung zwei Größen kommen lassen und die unpassende zurückschicken. Und Zeit einplanen: Änderungen brauchen bei Brautkleidern üblicherweise vier bis sechs Wochen.
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