Wie viel Geld schenkt man zur Hochzeit? Der Rechner
Die Einladung liegt auf dem Tisch, das Kleid ist gefunden — und dann kommt die Frage, über die niemand gern spricht: Wie viel Geld schenkt man eigentlich? Zu wenig wäre peinlich, zu viel auch. Und weil es keine Regel gibt, fragt man Freundinnen und bekommt drei verschiedene Antworten.
Die ehrliche Auskunft vorweg: Es gibt keine Norm und keine Statistik. Was es gibt, sind Erfahrungswerte — und die hängen an einer einzigen Sache: wie nah Sie dem Paar stehen. Genau danach fragt dieser Rechner.
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Wie viel Geld schenkt man zur Hochzeit?
Drei Fragen — dann kennen Sie die übliche Spanne für Ihren Fall.
Es gibt keine Regel und keine Norm für Geldgeschenke. Die genannten Spannen sind Erfahrungswerte und schwanken nach Region, Familie und Anlass. Schenken Sie, was Sie geben können — der untere Wert ist genauso richtig wie der obere.
Die Spannen im Überblick
| Verhältnis zum Paar | Gemeint ist | Üblich pro Person |
|---|---|---|
| Eltern des Paares | Braut- oder Bräutigameltern | 500–1500 € |
| Geschwister | Bruder oder Schwester | 200–500 € |
| Enge Verwandte | Großeltern, Onkel, Tante, Patenkind | 150–300 € |
| Enge Freundin, enger Freund | man sieht sich regelmäßig | 100–200 € |
| Freunde und Verwandte | der übliche Gästekreis | 80–150 € |
| Kolleginnen und Kollegen | gemeinsame Arbeit, privat wenig | 50–100 € |
| Nachbarn und Bekannte | man grüßt sich, mehr nicht | 20–50 € |
Werte für eine Einladung zu Trauung und Abendfeier. Bei einer Einladung nur zur Trauung liegt es deutlich darunter, als Paar entsprechend höher.
Die drei Sätze, die wirklich helfen
1. Der untere Wert ist genauso richtig wie der obere. Wer studiert, in Elternzeit ist oder gerade selbst gebaut hat, schenkt weniger — und niemand rechnet nach. Ein Brautpaar, das den Betrag im Umschlag bewertet, hat ein Problem, das nichts mit Ihnen zu tun hat.
2. Die „Gedeck-Regel“ ist ein Anhaltspunkt, keine Rechnung. Oft heißt es, man solle so viel schenken, wie das eigene Essen kostet — je nach Ort sind das 60 bis 120 Euro pro Person. Als grobe Orientierung taugt das; als Vorschrift verstanden macht es aus einer Einladung eine Rechnung.
3. Die Karte macht das Geschenk persönlich, nicht die Summe. Ein handgeschriebener Absatz — woran Sie sich erinnern, was Sie den beiden wünschen — bleibt länger als jeder Betrag. Umschläge mit gedrucktem Glückwunsch und Unterschrift gibt es an dem Tag genug.
Geld oder ein Geschenk?
Die große Mehrheit der Paare wünscht sich heute Geld: für die Hochzeitsreise, die Wohnung oder die Feier selbst. Steht in der Einladung ein Wunsch — ein Wunschzettel, eine Kasse für die Reise, ein bestimmter Verein —, dann gilt der ohne Wenn und Aber. Steht nichts drin, ist Geld die sichere Wahl.
Ein Sachgeschenk lohnt sich, wenn Sie das Paar gut kennen und etwas Bestimmtes im Sinn haben — nicht als Ausweichlösung. Zehn Bilderrahmen und drei Waffeleisen sind auf Hochzeiten keine Seltenheit.
Andere Traditionen, andere Bräuche
Auf türkischen und kurdischen Hochzeiten läuft das Schenken sichtbar ab: Bei der Taki-Zeremonie werden dem Brautpaar Goldmünzen und Geldscheine an Schärpen gesteckt. Eine Goldmünze — im Juweliergeschäft als „Hochzeitsgold“ erhältlich — ist dort das übliche Geschenk; die Größe richtet sich nach der Nähe zur Familie.
Auf chinesischen und vietnamesischen Hochzeiten gehört Geld in einen roten Umschlag (Hongbao) — rot ist die Farbe des Glücks. Ein weißer Umschlag wäre ein schwerer Fehler, denn Weiß ist dort die Farbe der Trauer. Beträge mit der Ziffer 8 gelten als besonders glücksbringend, die 4 wird gemieden. Mehr dazu: Hochzeitsgast international.
Häufige Fragen
Wie viel Geld schenkt man zur Hochzeit als Tante oder Onkel?
Als enge Verwandte sind 150 bis 300 Euro pro Person üblich, wenn Sie zu Trauung und Abendfeier eingeladen sind. Als Paar liegt das gemeinsame Geschenk erfahrungsgemäß beim Anderthalb- bis Doppelten eines Einzelbetrags — nicht beim Doppelten plus Aufschlag.
Wie viel schenkt man als Bruder oder Schwester?
Geschwister liegen typischerweise bei 200 bis 500 Euro. In vielen Familien beteiligen sich die Geschwister zusätzlich an einem größeren gemeinsamen Geschenk oder übernehmen einen Teil der Feier — sprechen Sie sich ab, bevor jeder einzeln plant.
Was schenkt man zur Hochzeit, wenn man nicht eingeladen ist?
Sie müssen gar nichts schenken — eine Einladung ist die Voraussetzung, nicht die Bekanntschaft. Wenn Sie möchten: eine Karte mit persönlichen Zeilen, gern mit 20 bis 50 Euro oder einer Kleinigkeit. Für Nachbarn und Kolleginnen zählt die Geste. Ein großzügiges Geschenk ohne Einladung bringt das Paar dagegen in Verlegenheit.
Wie viel schenkt man, wenn man nur zur Trauung eingeladen ist?
Deutlich weniger als bei einer Einladung zur ganzen Feier — etwa die Hälfte bis zwei Drittel des sonst üblichen Betrags. Wer nur zum Standesamt gebeten wird, ist meist im engeren Kreis, aber ohne das Essen entfällt der Teil, an dem sich die Faustregeln orientieren.
Schenkt man als Paar doppelt so viel?
Nein, üblich ist etwa das Anderthalbfache. Zwei Personen essen zwar zweimal, aber Geldgeschenke sind kein Kostenausgleich — sonst wäre eine Einladung eine Rechnung. Mit Kindern liegt es nochmals etwas höher, aber nicht proportional.
Wie übergibt man das Geld?
Im Umschlag mit Karte, beim Empfang oder wenn eine Geschenkbox aufgestellt ist. Namen außen draufschreiben — sonst weiß das Paar später nicht, von wem es war, und das ist der häufigste Ärger nach der Hochzeit. Aufwendig gefaltete Scheine sind schön gemeint, machen dem Paar beim Zählen aber Arbeit.
Und wenn die Geldfrage geklärt ist, bleibt die zweite: Welche Farbe darf ich als Gast tragen? — dazu Mein großer Auftritt, der Anlass, Datum und Größe einmal aufnimmt.
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